Geschichte der FDP-Landtagsfraktion in NRW
1950-1954
Deutschland wird wieder aufgebaut
Das Jahrzehnt von Wiederaufbau, Wirtschaftswunder, aber auch der ersten Kohlekrise beginnt für die FDP mit der Verdopplung ihres Stimmenanteils bei der Landtagswahl im Juni 1950. Das Wahlergebnis steigt auf 12,1 Prozent oder 26 Mandate.
Mit den später bundesweit bekannten Spitzenpolitikern Liselotte Funcke und Willi Weyer aus Hagen und dem im Solinger Wahlkreis direkt gewählten Walter Scheel prägen nunmehr verstärkt auch Vertreter der jüngeren Generation das Erscheinungsbild der Landtagsfraktion.
Die FDP-Fraktion betreibt in dieser Wahlperiode gegen die Kleinstkoalition aus Union und Zentrum eine sehr aktive Oppositionsarbeit. Die Schwerpunkte liegen auf Fragen der Verwaltungsreform und der Deregulierungspolitik. Die Initiativen der FDP zum Abbau zwangswirtschaftlicher Elemente in der Landwirtschaft etwa tragen wesentlich zur Verbesserung der Lebensmittelversorgung in NRW bei. Die Forderung nach Abschaffung der Bagatellsteuern zieht sich ebenfalls wie ein roter Faden durch die Fraktionsarbeit. Mit zahlreichen parlamentarischen Initiativen und beharrlicher Oppositionsarbeit werden die Freien Demokraten schnell zur fleißigsten Fraktion im Parlament.
In dieser Legislaturperiode werfen große Ereignisse ihren Schatten voraus, die Deutschland für immer prägen sollten. Zum einen wird am 18. April 1951 durch die Staaten Deutschland, Frankreich und Italien sowie Benelux die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) gegründet. Dadurch rückt Deutschland näher an den Westen heran. In der sowjetischen Zone kommt es am 17. Juni 1953 hingegen nach einer Reihe von Streiks zum Volksaufstand, der erst durch das Verhängen des Kriegsrechts und die Präsenz russischer Militärs beendet werden kann.
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